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Löwe vom Kieferngrund

Eine Seite über uns und unsere Leonberger Hunde

Last Update:   02.01.2014

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ernie

Ernie

Über Ernie zu schreiben fällt mir auch heute noch, 4 Jahre nach seinem Tod unheimlich schwer.  Ernie ist im Hundehimmel und wird dort sicher von allen, die ihn kennen lernen dürfen, geliebt. Und ich weiß, Ernie liebt alle. Die kurze Zeit mit Ernie war für uns eine der schwersten und schönsten zugleich.

Ernie, oder besser Ernie - Mads, wie er richtig hieß (Mads ist ein dänischer Jungsname) wurde im Alter von 9 Wochen von seinen Leuten aus Dänemark, die ihn schon mit 4 Wochen ausgesucht hatten, abgeholt. Der Kontakt zu den neuen Besitzern war schlecht und als er dann endlich nach 8 Wochen zustande kam, war die Mitteilung ein Schock, Ernie soll in Dänemark mit nun 4 1/2 Monaten eingeschläfert werden, er sei unheilbar krank. Ein Telefonat mit dem dänischen Tierarzt, der die Diagnose gestellt hatte, brachte keine genaue Kenntnis über seine Krankheit.  Wir haben Ernie am nächsten Wochenende aus Dänemark abgeholt. Was Ernie hatte,  wollten oder konnten die Besitzer uns nicht mitteilen. Klar wurde nur, dass  Ernie in seinen ersten Lebenswochen in Dänemark nicht von seinen Besitzern, die wohl unmittelbar nach Ernies Abholung ohne ihn in Urlaub gefahren waren, sondern von der mit im Haus wohnenden Großmutter  gehalten wurde. Jedenfalls seien nach der Urlaubsrückkehr der Besitzer Ernies Läufe verdreht gewesen, was sicher nur ein genetischer Defekt sein kann.  Das was mit seinen Beinen , und zwar mit allen vieren, nicht stimmte, war offensichtlich.

In der nachfolgenden Woche hatten wir dann  auch gleich einen Termin in der Orthopädie der Leipziger Uniklinik.  Gesehen hatten die Uniärzte das, was auf den angefertigten Röntgenbildern zu diagnostizieren war, auch noch nicht in solcher Kompaktheit. An allen 4 Läufen waren die langen Röhrenknochen an den Wachstumsfugen zertrümmert. An einem Lauf kann ein traumatisches Ereignis schon mal dazu führen - aber gleich an allen 4 Beinen? Vermutet wurde so, dass Ernie aus großer Höhe abgestürzt sein muss, aber auf die Beine gefallen war.  Ich erinnere mich, dass da im dänischen Haus eine große frei tragende Treppe ins Obergeschoß führte ... - aber das ist ausdrücklich nur eine Vermutung. Jedenfalls waren es mechanische Zerstörungen und keinerlei genetischer Defekt. Dadurch wuchsen nun aber die jeweils beiden Knochen der unteren Schenkel völlig unterschiedlich. Man stelle sich vor Elle und Speiche bzw. Schienbein und Wadenbein haben ein unterschiedliches Längenwachstum. Die Elle wächst, weil sie schneller wächst als die Speiche, spiralförmig um letztere und bei Wadenbein und Schienbein passiert das gleiche. Die Beine verdrehen sich also.  Auf glattem Fußboden konnte Ernie nicht mal mehr aufstehen weil die Ballen seiner Pfoten im Liegen nach oben zeigten.

Ernie musste also operiert werden. Die Ärzte der Uniklinik meinten,  seine Chancen seien nicht schlecht. Also wurden sein Hinterbeine komplett durchtrennt und um 15 Grad gedreht dann wieder angesetzt, natürlich mit Platten, Schrauben und Drähten fixiert. Bei den Vorderbeinen wurde der jeweils kürzere Knochen durchtrennt, damit der andere, jeweils spiralförmig gewachsene Knochen sich so strecken konnte. Eine Woche blieb er in der Klinik und avancierte dort auf Grund seines Wesens schon zum absoluten Liebling aller Tierärzte und Helfer/innen. Dann durften wir ihn abholen. Damit er sich nicht zuviel bewegt, wurde in unserem Wohnimmer ein Gehege von 4 m² aufgebaut. Ernie stakste darin mit seinen dicken Castverbänden und freute sich sobald jemand ins Zimmer kam, man musste ihn natürlich hochheben, denn mit den 4 steifen Verbänden konnte er erst recht nicht alleine aufstehen. Kurze Staksgänge in den Garten zum Geschäft verrichten und zurück. Nach 2 Wochen durften die Verbände von den Vorderbeinen ab und ab da war Ernie kaum zu halten, er lief mit den 2 steifen Hinterbeinen, denn die steckten ja immer noch im gipsähnlichen Verband, möglichst immer mit uns und wir mußten ihn immer bremsen. Die Castverbände kamen nach weiteren Wochen ab, die Wunden eiterten und Verbandswechsel waren jeden Tag angesagt. Da Ernie das Metall nicht vertrug, mussten die Platten, Schrauben und Drähte wieder raus.  In der Uniklinik begrüßte er jede ihm bekannte Tierarzthelferin und wurde von allen liebkost. Und er wurde so also erneut operiert. Wieder blieb er ein paar Tage in der Klinik.

Wieder gab es 4 Wochen Castverbände und wieder wurde unser Wohnzimmer mit dem 2 x 2 m - Gehege zur Bewegungseinschränkung versehen. Am 7.2.08 kamen dann endlich auch diese Verbände ab und Ernie entdeckte mit den anderen Leos zusammen die große Welt. Wir hatten 5 Leonberger, Inka, Loona, Bjala und Frieda und Ernie als Fünfter war dankbar, er freute sich und es machte uns Freude zu sehen, dass das alles nicht umsonst war. Riefen wir die Fünf war Ernie der erste der da war. Er lernte verdammt schnell und wir hatten die Hoffnung für ihn neue liebevolle Leute zu finden, die diesem Traum von Hund ein neues zu Hause geben könnten.

Dann gab es Probleme, seine Wunden eiterten erneut, seine Beine wuchsen immer krummer, beim Laufen knickte er weg und er hatte ganz offensichtlich starke Schmerzen.

In der Uni - Klinik machte man nun,  nach mehr als einem halben Jahr der Behandlung, keinen so zuversichtlichen Eindruck mehr. Vielleicht könne man da noch mal mit einer OP etwas verbessern und eventuell müsse man auch hier später noch was machen,  aber alles nur noch mit sehr geringen Aussichten für ein halbwegs normales Hundeleben. Ernie hatte gekämpft, er hatte ein halbes Jahr lang alle Schmerzen ertragen und wir hatten doch verloren.

Wir mussten über unseren Schatten springen und ihm weiteres Leiden, weitere Schmerzen ersparen. Ein Entschluß der einem bei einem Leo von nicht einmal einem Jahr unsagbar schwer fällt, aber eine Entscheidung, die wir diesem tapferen kleinen Kerl nun einfach schuldig waren.  Und so endete diese letzte Konsultation in Leipzig  und ich führ mit einem toten Hund im Auto zurück und Ernie liegt nun unter den Felsbrocken im Garten neben Ronja. Dass kurz danach auch noch Inka daneben eingegraben werden mußte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt schon. Wir sind auch jetzt immer noch sehr traurig, denken wir an diese Wochen  und werden Ernie wohl nie vergessen.

Beim Schreiben dieser Zeilen fallen, obwohl es nun schon zweieinhalb Jahre her ist, Tränen auf die Tastatur und ich wünschte, es gäbe diese Regenbogenbrücke wirklich und ich könnte Ernie dort irgendwann noch einmal knuddeln.

 

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zurueck11